|
Archiv Stiftung Werkvermächtnisse
„Der bestirnte Himmel
über mir …“ ist der Mikrokosmos.
Ihr versucht, Ihn unter Euere Mikroskope zu legen: ... und ‚Gott‘ lächelt sanft über solche Einfalt! - Alles ist Geist.
[*]Max Stirner (eigentlich:
Johann Caspar Schmidt, 1806-1856), deutscher Philosoph und Journalist, in: Der
Einzige und sein Eigentum: „Ein
Staat ist vorhanden auch ohne mein Zutun: ich werde in ihm geboren, erzogen,
auf ihn verpflichtet und muß ihm ‚huldigen‘. Er nimmt mich auf in seine ‚Huld‘,
und ich lebe von seiner ‚Gnade‘. So begründet das selbständige Bestehen des
Staates meine Unselbständigkeit, seine ‚Naturwüchsigkeit‘, sein Organismus,
fordert, daß meine Natur nicht frei wachse, sondern für ihn zugeschnitten
werde. Damit er naturwüchsig sich entfalten könne, legt er an mich die Schere
der ‚Kultur‘; er gibt mir eine ihm, nicht mir, angemessene Erziehung und
Bildung, und lehrt mich z.B. die Gesetze respektieren, der Verletzung des
Staatseigentums (d.h. Privateigentums) mich enthalten, eine Hoheit, göttliche
und irdische, verehren usw., kurz, er lehrt mich – unsträflich sein, indem ich
meine Eigenheit der ‚Heiligkeit‘ (heilig ist alles mögliche, z.B. Eigentum,
Leben der andern usw.) ‚opfere‘. Darin besteht die Art der Kultur und Bildung,
welche mir der Staat zu geben vermag: er erzieht mich zu einem ‚brauchbaren
Werkzeug‘, einem ‚brauchbaren Gliede der Gesellschaft‘.“
|